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Cochlea Implantat: Mehr Lebensqualität für Hörbeeinträchtigte

Das Cochlea Implantat (CI) ist aus der Versorgung hörgeschädigter Menschen nicht mehr wegzudenken. Seit seiner Einführung in den 1970er Jahren hat sich das CI stetig weiterentwickelt und ist heute ein etabliertes und erfolgreiches Hilfsmittel für hörgeschädigte Menschen. Die Entwicklungen im Bereich der Cochlea Implantate bieten weiterhin ein großes Potenzial für die weitere Verbesserung der Lebensqualität hörgeschädigter Menschen. Was hat sich alles in der Entwicklung des CI getan?

CI per Smartphone steuern
Ein wesentlicher Fortschritt im Bereich der CI-Versorgung ist die Steuerung der Hörhilfe über Smartphone-Apps. Sowohl Apple als auch Android haben die Verbindung an die Hörhilfe in das Betriebssystem integriert, so dass sich die Lautstärke oder die Dämpfung von Hintergrundgeräuschen bequem über das Smartphone regulieren lässt. Das macht die Bedienung des Cochlea Implantats für Patient*innen noch einfacher und komfortabler. Eine spannende Entwicklung – bis es im HNO-Alltag zum Einsatz kommen kann, braucht es allerdings noch weitere System-Updates.

OP-Training mit 3D-CI-Implantaten
Auch im operativen Bereich gibt es neue Entwicklungen. In den USA wurden bereits 3D-CI-Implantate speziell für die Ausbildung von HNO-Chirurg*innen entwickelt und eingesetzt. Mit diesen Implantaten können Chirurg*innen die CI-Operation realistisch üben, bevor sie den Eingriff an Patient*innen durchführen. Ein 3D-gedrucktes physisches Cochlea-Modell ermöglicht es, Abmessungen, Beschaffenheit und das Gefühl beim Einsetzen der Elektroden in den Innenohrkanal zu simulieren. Das verbessert die Ausbildung von Ärzt*innen und erhöht damit die Sicherheit von Patient*innen.

Opto-genetisches CI für besseres Hörvermögen
Forscher*innen der Universität Göttingen ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bioengineering in Katalonien eine Neuentwicklung von Cochlea-Implantaten gelungen. Mit Hilfe eines lichtgesteuerten Wirkstoffs gelang es ihnen, Hörnervenzellen von Wüstenrennmäusen ohne genetische Manipulation durch Licht zu aktivieren. Dies könnte in Zukunft zu einem besseren Hörvermögen bei Menschen führen, die durch eine Schädigung der Hörnerven taub geworden sind. Der Stoff, den die Forscher*innen auch als molekulare Prothese bezeichnen, soll in Zukunft weiter getestet und verbessert werden.

Erste zertifizierte Audiologische CI-Assistentin in Deutschland
Die CI-Versorgung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen HNO-Ärzt*innen und Audiologen*innen. Um die Versorgung von Patient*innen zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Audiologie eine Zertifizierung eingeführt: Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein wurde Diplom-Ingenieurin Britta Böhnke als erste zertifizierte Audiologische CI-Assistentin in Deutschland ausgezeichnet. Diese Zertifizierung bietet die Chance, die Kompetenz und Qualität der CI-Versorgung weiter auszubauen.

All diese Entwicklungen zeigen: Im Bereich der Cochlea-Implantate gibt es viele innovative Ansätze, welche die Lebensqualität von Patient*innen mit Hörverlust und Taubheit wesentlich verbessern können. Wenn wir in der HNO-Heilkunde solche Innovationen in unsere Behandlungen integrieren, haben wir die Chance, einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust und Taubheit zu leisten.

Hausarztvermittlung Update

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