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Videosprechstunde in der HNO-Praxis: Neue Regeln, praxisnahe Lösungen

Schnupfen, Halsschmerzen, Ohrendruck – viele HNO-Beschwerden lassen sich bereits in einem ersten Videokontakt zuverlässig einschätzen. Digitale Sprechstunden gehören längst zum Praxisalltag – zumindest in der Theorie. Denn in der Umsetzung zeigen sich oft Hürden: organisatorische, technische und zunehmend auch regulatorische. Digitale Vermittlungsportale bieten hier praxistaugliche Unterstützung.

Digitale Chancen für die HNO: Klare Spielregeln für Ärzt*innen

Die Nachfrage nach digitalen Angeboten wächst: Laut Zi-Trendreport haben Videosprechstunden im ersten Halbjahr 2024 um 24 % zugenommen. Besonders geeignet ist die Videosprechstunde für Verlaufskontrollen, Befundbesprechungen und erste Einschätzungen. Auch chronisch kranke oder mobilitätseingeschränkte Patient*innen profitieren von dem niedrigschwelligen Zugang zur ärztlichen Beratung. Für HNO-Praxen bietet das eine echte Chance, Patient*innen flexibel zu versorgen, Wartezeiten zu reduzieren und den Praxisalltag zu entlasten – sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Neue Standards für die Videosprechstunde

Am 1. März 2025 sind neue Qualitätsstandards für Videosprechstunden in Kraft getreten. Sie sollen die telemedizinische Versorgung noch zielgerichteter gestalten. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Patient*innen dürfen nur von Deutschland aus behandelt werden – möglichst in erreichbarer Nähe zur Praxis.
  • Ärzt*innen müssen in einem geschlossenen Raum mit Zugriff auf die Patientenakte arbeiten.
  • Bei Bedarf muss eine persönliche Anschlussbehandlung möglich sein.
  • Vermittlungsportale müssen Termine nach medizinischer Dringlichkeit priorisieren – nicht nach wirtschaftlichen Kriterien.

Diese Regelungen schaffen Verlässlichkeit und sollen die Versorgungsqualität erhöhen – sie schränken aber auch die Flexibilität ein, die ursprünglich als Stärke der Videosprechstunde galt. 

Telemedizin in der HNO-Praxis: Organisation auslagern, Zeit sparen

In der Praxis zeigt sich: Der organisatorische Aufwand rund um die Videosprechstunde ist oft hoch – etwa durch Terminvereinbarungen, Aufklärung oder technische Abstimmungen. Hinzu kommen gelegentliche „No-Shows“. Um den Aufwand zu reduzieren und den Praxisbetrieb zu entlasten, können externe Plattformen, die Organisation und Abläufe übernehmen, eine praxisnahe Lösung für HNO-Ärzt*innen sein. Dass dies funktioniert, zeigt auch ein Erfahrungsbericht von Dr. Uso Walter. Er hat den Anbieter Teleclinic getestet – sein Fazit: Mithilfe externer Vermittler lässt sich die digitale Sprechstunde einfach, effizient und zuverlässig umsetzen. In zehn Stunden behandelte er 141 Patient*innen, darunter viele mit HNO-relevanten Beschwerden, und erzielte ein Honorar von rund 2.500 Euro. Auf Anfrage des HNOnet arbeitet Teleclinic bereits an einer praxisnahen Lösung, die es HNO-Ärzt*innen ermöglichen soll, auch unter den neuen Rahmenbedingungen Patient*innen unkompliziert telemedizinisch zu versorgen.

Fazit: Digitale Versorgung clever einsetzen

Trotz der neuen Vorgaben bleibt die Videosprechstunde eine smarte Ergänzung zur Präsenzsprechstunde. Wer regulatorische Hürden nicht allein stemmen möchte, kann auf Vermittlungsportale setzen und die Chancen der Digitalisierung gezielt für die HNO-Praxis nutzen – effizient, zukunftssicher und an den Bedürfnissen der Patient*innen orientiert.
Weitere praxisnahe Tipps zum strukturierten Einsatz der Telemedizin – sowie wertvolle Erfahrungswerte von Dr. Uso Walter – finden HNOnet-Mitglieder in der Ausgabe 04/2024 der HNOnet-Nachrichten.

Videosprechstunde



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