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Cerumenentferung – HNO-Arzt oder Hörakustiker?

Wer sollte Cerumen entfernen? Diese Frage sorgt immer wieder für Diskussionen und war sogar Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Im Jahr 2024 verhandelte das Landgericht Heilbronn einen Fall, in dem eine Hörakustikerin ihre Dienste zur Cerumenentfernung anbot. HNO-Ärzt*innen pochten auf den Arztvorbehalt. Doch wie ist die rechtliche Lage wirklich?

Rechtliche Grundlage zur Cerumenentfernung

Die Debatte um die Cerumenentfernung zwischen HNO-Ärzt*innen und Hörakustiker*innen bleibt rechtlich umstritten. Laut Heilpraktikergesetz dürfen Heilkunde-Leistungen grundsätzlich nur von Ärzt*innen erbracht werden. Hörakustiker*innen argumentieren jedoch, dass die "Einleitung ohrreinigender Maßnahmen" Bestandteil ihrer 2022 novellierten Meisterprüfungsverordnung sei. Dies sei zur Anpassung von Hörgeräten notwendig und somit Teil ihres Berufsbildes. Der HNO-Berufsverband verweist hingegen auf mögliche Risiken, wie Verletzungen des Trommelfells oder Infektionen, die medizinische Expertise erfordern. Trotz des Gerichtsverfahrens im Sommer 2024 bleibt die rechtliche Situation zur Cerumenentfernung unklar.

Warum Cerumenentfernung in der HNO-Praxis?

Der Cerumen obturans ist der häufigste Anlass, warum Patient*innen die HNO-Praxis aufsuchen. Die Entfernung des Ohrenschmalzes wird in der Praxis als Kassenleistung angeboten und stellt für Patient*innen eine sichere sowie kostenlose Therapieoption dar. Für Hörgeräteträger*innen kann eine regelmäßige Gehörgangspflege zudem als ergänzende Wahlleistung sinnvoll sein, um die Funktionalität ihrer Hörgeräte langfristig zu erhalten.
Auch wenn das Entfernen von Cerumen auf den ersten Blick simpel erscheint, birgt es Risiken. Dazu gehören Verletzungen des Trommelfells oder Infektionen, die eine medizinische Behandlung erfordern. HNO-Ärzt*innen verfügen über die notwendige Fachkompetenz und Ausrüstung, um solche Komplikationen sicher zu vermeiden.

Cerumenentfernung – Patientensicherheit im Fokus

Die Frage, ob die Cerumenentfernung ausschließlich von HNO-Ärzt*innen oder auch von Hörakustiker*innen durchgeführt werden darf, bleibt weiterhin umstritten. Fest steht jedoch: Für Patient*innen bietet der Besuch in einer HNO-Praxis eine sichere, auf fundierter medizinischer Expertise basierende, Behandlung. Es bleibt ratsam, die Behandlung durch HNO-Ärzt*innen in Anspruch zu nehmen.

Cerumenentfernung

 

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