Anosmie – Riechzellen lassen sich trainieren

November 2017 - In Deutschland werden pro Jahr etwa 79.000 Patienten mit Riechproblemen behandelt. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen. So nimmt das Riechvermögen kontinuierlich aus altersbedingten Gründen ab und bei den über 75-Jährigen haben knapp 30 Prozent keinen Geruchssinn mehr. Aber auch Erkrankungen der Nase, Unfälle oder Störungen des Zentralnervensystems führen zu Riechstörungen bis hin zum kompletten Ausfall des Geruchsvermögens. Diese sogenannte Anosmie beeinflusst die Lebensqualität ganz entscheidend, da der Geruchssinn in erster Linie auch für den Geschmack verantwortlich ist. Außerdem warnen Gerüche vor Gefahren wie beispielsweise vor verdorbenen Lebensmitteln oder Bränden. Für Anosmie-Betroffene aber werden diese zur schwer erkennbaren Gefahr.

Um festzustellen, was genau hinter einer Geruchsstörung steckt, sollten Betroffene in jedem Fall einen HNO-Arzt aufsuchen. Denn selbst wenn er den Geruchssinn nicht mehr vollständig wiederherstellen kann, lassen sich durch ein entsprechendes Training zumindest Verbesserungen erzielen. Am häufigsten wird eine Anosmie durch entzündliche Veränderungen an Nase und Nasennebenhöhlen wie beispielsweise Nasenpolypen verursacht. Oft bessert sich der Geruchssinn wieder deutlich, wenn HNO-Ärzte diese auslösenden Erkrankungen behandeln. Aber auch nichtentzündliche Veränderungen wie Nasenscheidewandverbiegungen oder Tumore in der Nase können Auslöser sein. Durch solche Erkrankungen wird das Riechepithel in der Nase verlegt und ist dem Duftstoff nicht mehr zugänglich. Gerade bei älteren Patienten sind Geruchsstörungen aber auch häufig Vorboten von degenerativen Veränderungen im Gehirn. Dann sollte auch eine neurologische Abklärung mithilfe einer Kernspintomographie erfolgen.

Unabhängig von der Ursache lassen sich Riechzellen jedoch trainieren. Ein gutes Beispiel stellen Parfümeure oder Weinkenner dar, denn ihre Nasen reagieren durch Schulungen immer sensibler und empfindlicher auf Gerüche. Bevor Betroffene ein Geruchstraining in ihren Alltag einbauen, sprechen sie am besten mit einem HNO-Arzt. Die Störungsdauer beeinflusst jedoch die Erfolgsaussichten: Wenn die Anosmie länger als ein Jahr andauert, sinken die Chancen auf Besserung kontinuierlich.

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