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Schwindel im mittleren Alter: Ursachen, Diagnostik und Hilfe in der HNO-Praxis

Drehschwindel, Fallgefühle, Übelkeit – das sind nur einige der typischen Beschwerden, die mit Schwindel einhergehen. In der HNO-Praxis gehören Patient*innen mit Schwindel zu den häufigen Fällen. Für HNO-Ärzt*innen ist es jedoch oft eine Herausforderung, die genaue Ursache eindeutig zu bestimmen. Besonders bei Schwindel im mittleren Alter sind die Auslöser vielseitig und komplex. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche häufigen Ursachen hinter Schwindel im mittleren Alter stecken und welche Diagnostikmöglichkeiten Sie in der HNO-Praxis nutzen können!

Schwindel: Häufigkeit nach Alter

Schwindel gehört zu den häufigsten Symptomen, die Patient*innen ärztlich abklären lassen. Laut dem Arztreport der Barmer hat sich die Diagnosehäufigkeit allein in Bayern innerhalb von elf Jahren verdoppelt. Auch die Deutsche Hirnstiftung berichtet, dass etwa 30–40 % der Menschen im Laufe ihres Lebens unter Schwindel leiden. Bei Erwachsenen tritt Schwindel in etwa 15–20 % der Fälle auf.

Während Schwindel am häufigsten im Alter von 70 bis 90 Jahren auftritt, sind auch andere Altersgruppen betroffen. Beispielsweise kommt der phobische Schwankschwindel am häufigsten in der Altersgruppe zwischen 20 bis 50 Jahren vor. Und auch Morbus Menière kann in diesem Alter für Schwindel sorgen. Für Patient*innen mit Schwindel im mittleren Alter gestaltet sich die Diagnostik jedoch oft frustrierend: Durchschnittlich werden zehn oder mehr Arztbesuche benötigt, bis die Ursache des Schwindels klar ist.

Häufige Ursachen von Schwindel im mittleren Alter

Die Ursachen für Schwindel sind bei Menschen im mittleren Alter oft spezifisch und unterscheiden sich von denen älterer Patient*innen. Besonders häufige Ursachen im mittleren Alter sind:

1. Vestibuläre Ursachen:
• Gutartiger Lagerungsschwindel
• Vestibularisneuritis
• Morbus Menière

2. Nicht-vestibuläre Ursachen:
• Orthostatische Dysregulation
• Migräne-assoziierter Schwindel
• Psychogene Ursachen wie Angststörungen

3. Stressbedingte Faktoren:
• Stress und Erschöpfung als Trigger oder Verstärker

4. Zervikogene Ursachen:
• Verspannungen oder Funktionsstörungen der Halswirbelsäule

Diagnostik bei Schwindelsymptomen in der HNO-Praxis

Eine gründliche Stufendiagnostik in der HNO-Praxis ist der Schlüssel, um die Ursachen von Schwindel zu identifizieren. Für Patient*innen mit Schwindel im mittleren Alter empfiehlt sich zunächst eine HNO-fachärztlichen Untersuchung sowie folgende Diagnostik:

  • Nystagmusprüfungen: Untersuchung von Spontan-, Lagerungs- und Provokationsnystagmen
  • Kopfimpulstest (HIT): Prüfung der Bogengangsfunktion
  • Videonystagmographie (VNG): Detaillierte Untersuchung der lateralen Bogengänge
  • BERA: Ableitung der frühen akustisch evozierten Hirnstammpotenziale zur Untersuchung des Hör- und Gleichgewichtsnerven
  • Posturographie: Analyse der Körperkoordination und Standstabilität
  • Vestibulär evozierte myogene Potenziale (VEMP): Beurteilung der Otolithenorgane

HNO-Praxis: Präzise Diagnostik bei Schwindel

Schwindel ist ein komplexes Thema. Doch HNO-Ärzt*innen verfügen über die notwendige Expertise, um eine präzise Diagnose zu stellen und gezielte Therapien einzuleiten. Eine klare Stufendiagnostik kann Patient*innen viele Arztbesuche ersparen und ihre Lebensqualität spürbar verbessern. Wer unter Schwindel im mittleren Alter leidet, ist in der HNO-Praxis bestens aufgehoben! 

Schwindel im mittleren Alter: Ursachen, Diagnostik und Hilfe in der HNO-Praxis

 Foto:  pixabay

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