Dr. Christoph Baumbach wechselt in den HNOnet-Vorstand

Dr. Christoph Baumbach wechselt vom Aufsichtsrat in den Vorstand des HNOnet. Als niedergelassener HNO-Arzt weiß er: Viele HNO-Praxen stehen momentan wirtschaftlich unter Druck. Umso wichtiger ist es, handlungsfähig zu bleiben. Im Interview erklärt Dr. Baumbach, was ihm für die Vorstandsarbeit wichtig ist und wie gemeinsames Handeln die ambulante HNO-Versorgung stärken kann.
Herr Dr. Baumbach, Sie wechseln aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand des HNOnet. Was motiviert Sie, gerade jetzt diese Verantwortung zu übernehmen?
Ich bin vom Aufsichtsrat in den Vorstand gewechselt, weil ich die Aufgaben des HNOnet – etwa, die wirtschaftliche Situation der HNO-Praxen praktisch mit Ideen zu stärken – jetzt wichtiger denn je halte. Mit dem Ausscheiden des bisherigen Vorstandes Dr. Marc Unkelbach drohte die Auflösung des HNOnet. Das galt es in Rücksprache mit Dr. Sebastian Zander zu verhindern.
Was ist Ihnen für die Arbeit im Vorstand besonders wichtig?
In der Vorstandsarbeit ist mir die Teamarbeit besonders wichtig. Deshalb möchte ich Sebastian Zander in seiner noch neu übernommenen Aufgabe als Vorstand mit Ideen und Motivation, das HNOnet zu erhalten, unterstützen. Auch die Erfahrungen, die ich in meiner eigenen Praxis gewonnen habe, möchte ich im Sinne einer Schwarmintelligenz den Kolleg*innen weitergeben.
Im Mai 2026 haben Sie in einem Interview über den wirtschaftlichen Druck gesprochen, der auf HNO-Praxen lastet. Wo kann der Austausch mit Kolleg*innen konkret entlasten?
Als Einzelkämpfer kann man auch überleben. Aber man kann und muss nicht alles allein durchstehen. Zahlreiche Situationen im Praxisalltag müssen nicht erst mühsam selbst erfahren werden. Man kann immer von der ganzen Erfahrung des Netzes profitieren.
Wenn jede Praxis nur eine gewonnene Erfahrung weitergibt, die sich bei ihr bereits bewährt hat, dann haben auch andere Praxen im Netzwerk die Chance, diese Lösung für sich zu nutzen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kann das helfen, die eigene Praxis zu stabilisieren und eine Insolvenz zu vermeiden. Die Gefahr besteht, daher müssen wir reagieren – am besten mit den schon bewährten Lösungen von Kolleg*innen.
Welche Veränderung würde HNO-Praxen aus Ihrer Sicht kurzfristig am meisten helfen?
Ganz praktisch müssen wir ab 2027 prüfen, welche Selbstzahlerleistungen wir rechtssicher und transparent anbieten. Dazu kann die professionelle Ohrreinigung gehören, sofern keine medizinische Indikation besteht. Sie knüpft direkt an unsere fachliche Kernkompetenzen an und kann sich damit als klar erkennbares Angebot unserer Fachgruppe etablieren.
Diese IGEL gilt es ab dem 1. Januar 2027 sofort umzusetzen. Wer seine Leistungen jetzt schon umplant, kann mit dieser ersten Hilfe sofort die eigene Praxis stützen.
Das HNOnet lebt auch von den Erfahrungen aus den Praxen. Was wünschen Sie sich von den Mitgliedern?
Ich wünsche mir von allen Mitgliedern mehr Teilnahme. Jede*r hat mit Sicherheit in seiner oder ihrer Praxis eine Erfahrung gemacht, ob gut oder schlecht, die er oder sie dem Netz zur Verfügung stellen könnte. Davon können alle Mitglieder profitieren.
So wie wir erste konkrete Hilfen unmittelbar für die Umsetzung in den Praxen bereitstellen, profitieren wir in Vorstand und Aufsichtsrat von den Erfahrungen der Mitglieder. Wir können sie in Form von Webinaren und Mitteilungen weitergeben und für das gesamte Netzwerk nutzbar machen. Jede*r sollte jeder*m helfen. Das stärkt das Netzwerk und so lebt die Idee der Schwarmintelligenz im HNOnet!
